17.12.2017
05.04.08

Weltweite Nachfrage

Von: Petra Trommer/lifepr.de

Globaler Appetit auf Bio treibt Markt weiter voran. Obwohl die meisten Regionen der Welt von hohen Wachstumsraten berichten, ist umsatzbezogen das größte Wachstum in Nordamerika und Europa zu beobachten.

Bio-Produkte bedeuten heute Genuss und Lebensqualität

Bio-Produkte bedeuten heute Genuss und Lebensqualität.

Bio-Produkte bedeuten heute Genuss und Lebensqualität. Sie stehen für die gelungene Verbindung von höchster Qualität und unbeschwertem Konsum. 2.740 Aussteller präsentierten sich jüngst auf der BioFach 2008, Weltleitmesse für Bio-Produkte und wichtigster Branchentreff der Bio-Welt, den rund 45.000 Fachbesuchern. Die BioFach fand vom 21. bis 24. Februar in Nürnberg statt. Auf dem internationalen Bio-Markt - wie auf den Fachmessen BioFach und Vivaness - hält der Wachstumstrend weiter an.

 

Riesen-Umsatz auf den internationalen Bio-Märkten

 

Die Bio-Branche boomt und immer mehr Unternehmen steigen in den Markt ein. In Ländern wie USA, Deutschland, Dänemark, Schweiz, Österreich und Großbritannien sind die Vermarktungsstrukturen gut entwickelt. Käufer können hier aus einem großen Angebot an Bio-Produkten in Supermärkten, Naturkostläden, auf Wochenmärkten, bei Lieferdiensten oder auch in ausgewählten Restaurants und Hotels wählen. Die stark ansteigende Nachfrage in einwohnerstarken Ländern wie Deutschland und USA führt zu einem Sog auf den internationalen Märkten. Zunehmend erfasst dieser die Erzeugerländer und fördert dort die Umstellungen auf Öko-Landbau. Das Länderranking der weltweiten ökologischen Anbaufläche von insgesamt 30,4 Mio. ha führt mit 12,3 Mio. ha Australien an, gefolgt von China (2,3 Mio. ha) und Argentinien (2,2 Mio. ha).

 

Im Jahr 2007 werden die weltweiten Ausgaben für Bio-Lebensmittel erstmalig die 40 Mrd. US-Dollar-Marke überspringen, so Amarjit Sahota von der Londoner Unternehmensberatung Organic Monitor. Organic Monitor geht davon aus, dass weltweit im Jahr 2010 die Schwelle von 60 Mrd. US-Dollar erreicht wird.

 

Bio-Boom in Deutschland

 

Der Bio-Boom in Deutschland hält nun schon das dritte Jahr in Folge an - bei kaum veränderten Realeinkommen der Verbraucher. 2006 betrug der Umsatz mit Bio-Produkten 4,6 Mrd. EUR. Das entspricht einem Zuwachs von 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bio-Produkten in Deutschland bei knapp einem Drittel des europäischen Umsatzes. Deutschland ist, gefolgt von Großbritannien, Italien und Frankreich, mit Abstand der größte Bio-Markt Europas. Der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) schätzt das Wachstum 2007 auf ca. 15 Prozent den Umsatz auf über 5 Mrd. EUR.

 

Das Bio-Wachstum rund ums Mittelmeer hält an

 

 

Frankreichs Bio-Fläche vergrößerte sich zwischen 2001 und 2006 um 31 Prozent auf 500.000 ha. Sie beträgt 2 Prozent der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche. Die Bio-Anbaufläche in Spanien wurde 2006 um 15 Prozent auf 926.360 ha ausgedehnt. Neben Andalusien, dem Hauptmotor für das Bio-Wachstum in Spanien, sind Aragon, Extremadura und Katalonien weitere wichtige Bio-Anbauregionen. Von den rund 19.200 spanischen Bio-Betrieben sind 17.200 Erzeuger. Knapp 2.000 Firmen beschäftigen sich mit der Weiterverarbeitung und dem Handel von Bio-Produkten. Die Zahl der Bio-Unternehmen stieg im Vergleich zum Vorjahr um fast 10 Prozent. Die Anzahl von Bio-Bauern, -Herstellern und -Händlern in Italien hat sich nach Angaben des italienischen Wirtschaftsinstituts Nomisma im Jahr 2006 auf 44.733 von zuvor 40.965 deutlich erhöht.

In Großbritannien

Der Umsatz mit Bio-Produkten betrug in Großbritannien 2006 rund 2,9 Mrd. EUR. Das entspricht einer Steigerung um 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr. In den vergangenen zehn Jahren lag die durchschnittliche Wachstumsrate bei 27 Prozent. Im Januar 2007 wurden 613.470 ha biologisch bewirtschaftet, 3,5 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche. Die Umstellungsfläche nahm 2006 um 40 Prozent zu. (Organic Market Report 2007, Soil Association, Großbritannien)

 

USA: Größter Bio-Markt weltweit mit 21 Prozent Zuwachs

 

Zunehmend mehr konventionelle Supermärkte steigen in den amerikanischen Bio-Markt ein und bieten ihren Kunden ein begrenztes Bio-Sortiment. Neu-Einsteiger sind beispielsweise Bigg’s in Cincinnati mit 12 und Hannaford mit 159 Supermärkten im Nordosten der USA. 2006 wurden in den USA Bio-Produkte im Wert von rund 17 Mrd. US-Dollar abgesetzt. Das entspricht einem Anteil am Gesamtlebensmittelmarkt von 3 Prozent. Nach Angaben der US-Amerikanischen Organic Trade Association (OTA) wuchs der Bio-Markt 2006 in den USA um 21 Prozent.

 

Zukunftsforscher sind sich einig: Gesundes Genießen boomt nachhaltig. Kaum ein Thema ist enger mit Genuss und Werte-Renaissance verbunden wie das Essen. Zudem ist Bio eng verknüpft mit aktuellen Fragen der sozialen, ökonomischen und ökologischen Nachhaltigkeit. Die Spitze des Bio-Lebensmittel-Hypes ist noch nicht erreicht und der Bio-Markt birgt nach wie vor viel internationales Wachstums-Potenzial.