17.12.2017
25.06.08

Verbraucher fühlen sich im Stich gelassen

 

Die Verbraucher in Deutschland fühlen sich von der Politik im Stich gelassen. Zu diesem Ergebnis kommt eine im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (vzbv) erstellte Verbraucherbefragung. Die Verbraucher sind nicht der Ansicht, dass die Politik ihre Interessen effizient gegenüber der Wirtschaft durchsetzt. Ein ambivalentes Bild zeichnet der ebenfalls heute vorgelegte Verbraucherschutzindex der Bundesländer: Trotz positiver Trends verdient im Verbraucherschutz noch immer kein Bundesland die Note "gut".

"Das fehlende Vertrauen in die Verbraucherpolitik muss die Politiker in Bund und Ländern wachrütteln", stellt Gerd Billen, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbandes fest und fordert mehr Sichtbarkeit, Effektivität und Zielstrebigkeit der Verbraucherpolitik. Die Hälfte der insgesamt 3.524 Befragten ist der Meinung, dass sich die Bundesregierung nicht wirkungsvoll für die Verbraucher engagiert, den Landesregierungen sprechen dies 42 Prozent der Befragten ab, den Parteien gar 57 Prozent. Untermauert wird dieses kritische Bild durch die geringe Bekanntheit der verantwortlichen Verbraucherpolitiker. Nach Politikern gefragt, die sich besonders für die Verbraucher einsetzen, rangiert Bundesverbraucherminister Horst Seehofer hinter seiner Amtsvorgängerin Renate Künast.

Verbraucherzufriedenheit: nur jeder Dritte zufrieden

Laut Befragung sind weniger als ein Drittel der Befragten mit ihrer Situation als Verbraucher zufrieden. Vor allem bei Familien und einkommensschwachen Haushalten ist die Unzufriedenheit groß. Ein erstmals erhobener Zufriedenheitsindex soll künftig die Entwicklung der Verbraucherzufriedenheit aufzeigen. Nach Branchen gefragt, rangieren die Gas- und Stromversorger und die Deutsche Bahn am unteren Ende der Zufriedenheitsskala. Bei den Themen, die verbessert werden müssten, stehen die Kennzeichnung und Kontrolle von Lebensmitteln sowie der Energiemarkt und die hohen Energiepreise an erster Stelle. "Die Befragung bringt den Handlungsbedarf der Verbraucherpolitik auf den Punkt", meint Billen. Die Politik müsse ihre Schwerpunkte an den Bedürfnissen der Verbraucher ausrichten.