17.12.2017
30.11.09

München: Verwaltungsgerichtshof gibt Verein keine Erlaubnis zum Schächten

 

(KNA) Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hat einem
türkischen Verein verboten, Tiere für das am vergangenen Samstag stattfgefundene Opferfest zu schächten. Er folgte damit einer Entscheidung des
Verwaltungsgerichts München, wie es in der am Freitag in München
veröffentlichten Mitteilung heißt.

Nach dem Tierschutzgesetz darf ein warmblütiges Tier grundsätzlich
nur geschlachtet werden, wenn es zuvor betäubt wurde. Ausnahmen
werden genehmigt, wenn für Angehörige bestimmter
Religionsgemeinschaften das Schächten zwingend vorgeschrieben oder
ihnen der Genuss von Fleisch nicht geschächteter Tiere untersagt ist.

Im vorliegenden Fall sahen die Richter diese Voraussetzung nicht
gegeben. Allgemeine Ausführungen und Zitate von Koranstellen
reichten für eine Sondergenehmigung nicht aus. Vielmehr hätte eine
konkrete Beschreibung des religiösen Lebens der Mitglieder der
Gemeinschaft und die Ausübung ihrer Religionspraxis dazugehört.
Griffen die Mitglieder nur für einzelne Anlässe auf das Fleisch
geschächteter Tiere zurück, verzehrten sonst aber das Fleisch von
betäubt geschlachteten Tieren, bestehe in dieser Gemeinschaft «kein
bindendes Schächtgebot». Der Schlachtung und dem Verzehr nicht
betäubter Tiere nur zu besonderen Anlässen lägen weniger religiöse,
sondern traditionelle Motive zugrunde, so die Begründung.
Antragsteller waren ein türkischer Verein und ein türkischer Metzger
gewesen.