17.12.2017
11.05.10

Frankreich: Junge Muslime feuern Halal-Boom an

 

PARIS (IOL). Französische Muslime nordafrikanischer Herkunft verfügen über eine jährliche Kaufkraft von geschätzten 5,5 Milliarden Euro. Die jungen Verbraucher wollen qualitativ hochstehende Produkte und Vielfalt in der Halal-Küche, anstatt sich weiterhin mit jenem Essen zufrieden zu geben, mit denen ihre Eltern aufwuchsen, hieß es in der britischen Zeitung "The Guardian". Als Antwort auf die jährlich um 15 Prozent steigende Nachfrage nach Halal-Produkten hat die Supermarktkette Casino damit begonnen, ihre Auswahl an Halal-Fleisch in ihren Filialen zu erhöhen. Die Fastfoodkette Quick experimentierte mit dem Verkauf von Halal-Burgern. Ebenso blüht der muslimische Einzelhandel, der sich exklusiv auf den Verkauf von Halal-Lebensmitteln und -getränken spezialisiert hat.

Nach Angaben von Yanis Bouarbi, einem 33-jährigen IT-Experten, der die Webseite paris-hallal.com betreibt, auf der Halal-Restaurants in Paris geführt werden, stünden wohlhabende junge Muslime hinter diesem Trend. "Als unsere Eltern und Großeltern nach Frankreich kamen, verrichteten sie zumeist körperliche Arbeiten. Ihre Priorität war, dass ihre Familien genug zu Essen hatte", sagte er dem "Guardian". Aber viele aus der zweiten oder dritten Generation wie er hätten gute Jobs, genug Geld und möchten von der französischen Kultur profitieren, "ohne unsere religiösen Überzeugungen zu kompromittieren. Wir wollen nicht nur billige Kebabs, sondern japanisches, thailändisches oder französisches Essen." Auf der Webseite von Bouarbi finden sich mehr als 400 Restaurants in Paris und seinen Vororten.