30.07.2014
19.02.10

Frankreich: Fastfood-Kette bekommt juristischen Ärger wegen Halal-Burger

 

(KNA) Der Fastfood-Kette «Quick» droht in Frankreich
juristischer Ärger wegen ihrer nach islamischen Speisevorschriften
zubereiteten Burger. Der sozialistische Bürgermeister von Roubaix,
Rene Vandierendonck, kündigte am Donnerstag an, Klage gegen das
Schnellrestaurant einreichen zu wollen. Hintergrund ist, dass
«Quick» in seiner Niederlassung in Roubaix nur noch Burger anbietet,
für die ausschließlich als «halal» («rein») zertifiziertes Fleisch
verarbeitet wird. Darin sieht der Bürgermeister eine Diskriminierung
von Nichtmuslimen.

Das Nachrichtenmagazin «Le Point» berichtete auf seiner
Internet-Seite, der Anwalt der Stadt werde vor Gericht gehen. Auch
die französische Antidiskriminierungsbehörde sei bereits mit dem
Fall befasst worden. Seit zwei Monaten testet die Imbisskette ihr
Konzept in insgesamt acht Schnellrestaurants in Frankreich. Schon
vor Jahresende hatte es geheißen, in einer Filiale bei Lyon sei der
Umsatz seither um 30 Prozent gestiegen.

«Quick» hatte mehrfach erklärt, aus logistischen Gründen sei es
derzeit nicht möglich, in den jeweiligen Schnellrestaurants sowohl
als «halal» zertifizierte als auch gewöhnliche Burger zu servieren.
Die derzeitige Testphase solle über mehrere Monate andauern. Erst
dann sollten Schlüsse gezogen werden.

In den vergangenen Tagen hatten mehrere französische Politiker, vor
allem vom rechtsextremen «Front National», aber auch aus der
Regierungspartei UMP, «Quick» wegen des Experiments Vorwürfe
gemacht. Dabei wurde unter anderem kritisiert, dass die
Fastfood-Kette zu mehr als 90 Prozent im Besitz eines staatlichen
Finanzinstitutes ist.

Der Konkurrent «McDonald's» hatte bereits früher erklärt, sich dem
Versuch nicht anschließen zu wollen. Als «Familienrestaurant» habe
man nicht die Absicht, gesonderte Angebote für bestimmte
Gemeinschaften zu machen, wurde ein Sprecher im Dezember zitiert.