17.12.2017
06.05.09

Ein gesegneter Baum - im Qur’an erwähnt

 

Der Olivenbaum hat in seiner Gänze vielfältige Anwendung gefunden. Von Najma Mohamed

„Bei der Feige und der Olive! Beim Berge Sinai! Und bei dieser Stadt der Sicherheit! Wir erschufen den Menschen gewiss in schönster Gestalt.“ (At-Tin, 1-4)

Oliven werden im Qur’an an sieben Stellen erwähnt, und ihre medizinische und heilende Wirkung ist in der prophetischen Medizin überliefert. Der Prophet Muhammad, Allah segne ihn und schenke ihm Frieden, nannte den Olivenbaum einen gesegneten Baum und empfahl die Nutzung des Olivenöls.

Die Olive nimmt wie die Dattel einen großen Stellenwert in der antiken und modernen Kultur ein. Insbesondere in der mediterranen Kultur hat sie für jahrtausende in vielfacher Weise Verwendung gefunden, von der Funktion als Zahlungsmittel bis zur Medizin. Heute sind sich sowohl die Kosmetische Industrie, die Anwender von Naturheilverfahren als auch die kulinarische Welt über die Vorzüge der Olive mit ihrem Geschmack und ihrem gesundheitlichen Nutzen einig. Die Produktion der Olivenindustrie ist in den letzten Jahren stark gestiegen, da auch die Nachfrage der Verbraucher aufgrund der gestiegenen Beliebtheit der Olive angewachsen ist.

Die Olive, die mit ihrem botanischen Namen „Olea europa“ heißt, soll ihre Ursprünge in Asien, vermutlich im frühen Armenien, haben, und verbreitete sich vor etwa 6.000 Jahren über den Mittelmeerraum. Die Region rund um das Mittelmeer ist nach wie vor das unangefochtene Zentrum des Olivenanbaus. Der Olivenanbau breitete sich aber auch bis nach Kalifornien, Südafrika und Australien aus. Der Olivenanbau wird von den mediterranen Klimaverhältnissen mit ihren warmen, trockenen Sommern und regenreichen, milden Wintern begünstigt.

Olivenbäume sind Hartholzgewächse und werden maximal bis zu 10 Meter hoch. Es ist ein immergrüner Baum mit blassgrünen und auf der Unterseite silbrigen Blättern. Der Stamm ist blassgrau und die Blüten des Baumes cremig-weiß. Die Farbe der Früchte variiert von grün bis schwarz, je nach Reifegrad. Mit zunehmendem Alter produziert der Baum mehr Früchte. Ab einem Alter von etwa fünf Jahren trägt der Baum Früchte, und die Ernte erfolgt dann jährlich. Die Ernte findet auch heute noch teilweise von Hand statt.

Von diesem gesegneten Baum wird fast kein Bestandteil verschwendet. Während die Früchte gegessen oder zur Ölproduktion verwendet werden, besitzen auch die Blätter einen medizinischen Wert, und das Holz des Baumes stellt ein hochwertiges Material für die Tischlerei dar. Oliven werden zudem auch zu Seife verarbeitet.

Die Oliven werden meist eingelegt und in den verschiedensten Variationen zubereitet. Die Pressung des Olivenöls erfolgt heute oft maschinell, doch sind weiterhin auch traditionelle Methoden in Gebrauch. Eine enthaltene Bittersubstanz wird dabei herausgefiltert. Als beste Qualität gilt das „extra-vergine“ Olivenöl, das ohne Erhitzen und ohne Zugabe irgendwelcher chemischen Substanzen gepresst wird. 99 Prozent der Olivenölproduktion stammt aus dem Mittelmerraum. Olivenöl ist sehr nahrhaft und hat einen hohen Anteil ungesättigter Fettsäuren. Dadurch senkt es den Cholesterinspiegel und wirkt sich positiv auf den Blutfettgehalt aus. Es erhält ein gesundes Verdauungssystem, reinigt die Gallenblase und wird zur Behandlung verschiedener Hautkrankheiten eingesetzt, wie Ekzemen oder Schuppenflechte. Es macht Haut weich und wird auch Haarpflege verwandt, insbesondere bei trockenen Haaren und Kopfhaut. Ein Extrakt aus den Blättern des Olivenbaumes hat unter anderem fiebersenkende Wirkung.

Die Verwendung des Olivenöls als Lampenöl ist im Qur’an im berühmten Lichtvers erwähnt, in Sura An-Nur, 35 o