01.10.2014
14.01.09

Bio boomt trotz Finanzkrise

 

Trend zu Bio-Supermärkten und größeren Anbauflächen

 

Berlin (pte) - Der Markt der Bio-Produkte wächst
weiterhin. Das Jahr 2008 bescherte dem Bio-Lebensmittelhandel trotz
Abschwächungen gegenüber dem Vorjahr eine Umsatzsteigerung von zehn
Prozent, dazu wurde die Anbaufläche weiter vergrößert. Das berichtete
heute, Mittwoch, der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW)
http://www.boelw.de in einer Pressekonferenz in Berlin. "Wir sprechen von einem entschleunigten Wachstum. Bio ist weiter im Trend, doch das Umsatzplus wird 2009 einstellig sein", bestätigt Elke Röder, Geschäftsführerin des Bundesverbandes Naturkost Naturwaren Herstellung und Handel (BNN) http://www.n-bnn.de, im pressetext-Interview. Es sei fraglich, ob die von der Finanzkrise Betroffenen zuerst beim Essen sparen würden, so die Verbandssprecherin.

Ihr Wachstum verdankt die Branche der steigenden Beliebtheit von
biologischen Molkereiprodukten. Auch Fleisch, Fleischwaren und Eier
verzeichneten einen Zuwachs. Problematisch verlief hingegen aufgrund
eines Lieferengpasses zu Jahresbeginn die Versorgung mit
Frischeprodukten, zudem wurde das Sortiment pflanzlicher Produkte nicht
genügend erweitert. In seiner Gesamtstruktur verändert sich der
Fachhandel mit einem Trend weg vom kleinen Bioladen hin zum Geschäft in Supermarktgröße. "Größere Auswahl und bessere Atmosphäre macht den
Bio-Supermarkt für den Konsumenten ansprechender", so Röder. "Dennoch
haben auch Läden mittlerer Größe Chancen, besonders wenn sie mit
günstiger Lage punkten." Kleine Betriebe könnten nur durch
Spezialisierung, Nischenprodukte oder eine starke Kundenbindung
überleben.

Der Trend zu Großbetrieben ist auch bei den Biobauern zu beobachten.
Derzeit machen 20.000 biologisch geführte Betriebe ein Zwanzigstel der
deutschen Landwirtschaft aus, was sowohl ihre Zahl als auch die
beackerte Fläche betrifft. Etwa die Hälfte dieser Betriebe sind in
Verbänden organisiert und verfügen über zwei Drittel des biologisch
bebauten Ackerlandes. Die Zahl dieser flächenstärkeren Verbandsbetriebe
nahm im Vorjahr um fünf Prozent zu und überschritt damit die
10.000-Marke. Damit die Bio-Landwirtschaft weiterhin eine alternative
Einkommensmöglichkeit für konventionelle Bauern bleibe, fordert der BÖLW höhere Prämien für die Umstellung und Beibehaltung der Betriebe sowie
Maßnahmen zum Schutz von Betrieben, die ohne Einsatz von Gentechnik
arbeiten. Ob eine Region gentechnikfrei bleiben wolle, soll sie selbst
bestimmen können, so der Verband.

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